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Solarspitzengesetz: Welche Auswirkungen hat es auf die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen?

Das Solarspitzengesetz ist seit dem 25. Februar 2025 in Kraft und verändert die Rahmenbedingungen für neue Photovoltaikanlagen. Ziel ist es, sogenannte Solarspitzen zu glätten und das Netz zu stabilisieren. Für die Wirtschaftlichkeit hat das spürbare Folgen – allerdings differenzierter, als es auf den ersten Blick wirkt.
18. August 2026 4 Minuten Lesezeit

Was ist das Solarspitzengesetz?

An sonnigen Mittagen speisen so viele Anlagen gleichzeitig ein, dass die Börsenpreise zeitweise ins Negative rutschen. Das Solarspitzengesetz (eine Novelle des Energiewirtschaftsrechts) reagiert darauf mit mehreren Maßnahmen, die vor allem neue Anlagen betreffen.

Die zentralen Neuerungen im Überblick

  • Negative Strompreise (§ 51 EEG): Bei betroffenen Neuanlagen entfällt die EEG-Förderung bereits ab der ersten Viertelstunde mit negativem Börsenstrompreis.
  • Ausgleichsmechanismus (§ 51a EEG): Förderfreie Zeiten aufgrund negativer Strompreise werden über eine Verlängerung des Förderzeitraums teilweise kompensiert.
  • 60-%-Einspeisebegrenzung: Bestimmte neue PV-Anlagen dürfen bis zur erforderlichen intelligenten Mess- und Steuerungstechnik zunächst nur 60 % ihrer installierten Leistung einspeisen.
  • Smart Meter & Steuerung: Der Ausbau intelligenter Mess- und Steuerungstechnik wird verstärkt, um Anlagen netz- und marktgerechter zu steuern.
  • Flexiblere Speicher: Batteriespeicher können künftig flexibler mit Netz- und Solarstrom betrieben werden und damit stärker auf Strompreisschwankungen reagieren.

Wer ist betroffen und wer nicht?

Die neuen Regeln gelten für Anlagen, die ab dem 25. Februar 2025 in Betrieb genommen werden. Bestandsanlagen genießen Bestandsschutz und sind nicht rückwirkend betroffen. Auch sehr kleine Anlagen (unter 2 kWp, z. B. Balkonkraftwerke) sind weitgehend ausgenommen.

Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit

Das Gesetz verschiebt die Wirtschaftlichkeit weg von der ungesteuerten Einspeisung hin zu Eigenverbrauch, Speicherung und intelligenter Vermarktung. Für kleine Anlagen bedeutet das vor allem: Eigenverbrauch optimieren und einen Speicher mitdenken. Für größere Anlagen rückt die Vermarktungsstrategie in den Mittelpunkt.

Was das für PV‒Direktinvestments bedeutet

Große Solarparks werden ohnehin oft in der Direktvermarktung betrieben. Auch dort entfällt die Förderung (Marktprämie) in Stunden negativer Preise, die entgangene Zeit wird jedoch über den Ausgleichsmechanismus hinten angehängt. Entscheidend wird damit, wie professionell der erzeugte Strom vermarktet wird. Genau hier setzt eine durchdachte Vermarktungsstrategie an: Über ein aktives Bilanzkreismanagement lassen sich Ausfallzeiten besser kompensieren.

Wie sich die Effekte abfedern lassen

  • Kombination aus Photovoltaik und Speicher (Grünspeicher), um Erzeugung und Verkauf zeitlich zu entkoppeln
  • Aktives Bilanzkreismanagement zur Steuerung
  • Konservative Kalkulation, die negative Preisphasen von vornherein berücksichtigt
📊
„Das Solarspitzengesetz bestraft nicht die Photovoltaik – es belohnt die kluge Vermarktung.“

Fazit

Das Solarspitzengesetz macht die Vermarktungsstrategie zum entscheidenden Faktor. Für private Anlagen zählt vor allem der Eigenverbrauch, für Investments die professionelle Vermarktung und die Kombination mit Speicher. Wer diese Faktoren von Beginn an einplant, kann die Wirtschaftlichkeit stabil halten.
Norbert Frank, Lukas Frank & Jonas Frank Geschäftsführung aus 2 Generationen

Häufige Fragen (FAQ)

Seit wann gilt das Solarspitzengesetz?
Verliere ich bei negativen Preisen dauerhaft Geld?
Was bedeutet die 60-%-Regel?
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Regelungen entsprechen dem Stand 2026, sind teils befristet und können sich ändern. Angaben ohne Gewähr.
Norbert Frank, Lukas Frank & Jonas Frank
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