24.06.2026
Was ist ein Investitionsabzugsbetrag? Definition, Voraussetzungen und Wirkung des IAB
Was ist ein Investitionsabzugsbetrag? – Wie der IAB nach § 7g EStG funktioniert – Welche Voraussetzungen Unternehmer erfüllen müssen – Wie sich daraus sofortige Liquidität ergibt
Ein Investitionsabzugsbetrag (IAB) ermöglicht es Unternehmern, Selbstständigen und Freiberuflern, bis zu 50 % der Kosten einer geplanten Anschaffung bereits vor dem Kauf steuerlich geltend zu machen. Der steuerpflichtige Gewinn sinkt also schon, bevor überhaupt investiert wurde. Geregelt ist das in § 7g Einkommensteuergesetz (EStG). Das Ziel des Gesetzgebers: kleine und mittlere Betriebe in ihrer Liquidität und Investitionskraft stärken.
Für Unternehmer mit hoher Steuerlast ist der IAB damit eines der wirkungsvollsten Instrumente, um Steuerzahlungen zeitlich zu verschieben und Eigenkapital für die eigene Investition freizusetzen.
Wie funktioniert der Investitionsabzugsbetrag?
Der IAB ist im Kern eine vorgezogene Abschreibung. Statt eine Investition erst nach dem Kauf über die Nutzungsdauer abzuschreiben, darf ein Teil der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten schon vorab vom Gewinn abgezogen werden
Ein vereinfachtes Beispiel:
– Geplante Investition: 200.000 € (netto, bewegliches Wirtschaftsgut)
– Möglicher IAB: 50 % = 100.000 €
– Wirkung: Der steuerpflichtige Gewinn des laufenden Jahres sinkt um bis zu 100.000 €
Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % entspricht das einer sofortigen Steuerentlastung von rund 42.000 € zzgl. KiSt. und Soli– und zwar im Jahr der Bildung, also vor der eigentlichen Anschaffung. Genau
dieser Effekt verschafft Liquidität, die anschließend für die Investition selbst genutzt werden kann.
Welche Voraussetzungen gelten für den IAB?
Damit das Finanzamt den Investitionsabzugsbetrag anerkennt, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein:
IAB, Sonderabschreibung und lineare Abschreibung im Zusammenspiel
Der IAB entfaltet seine volle Wirkung in Kombination mit weiteren Abschreibungsmöglichkeiten:
Durch dieses Zusammenspiel lässt sich ein großer Teil der Investitionskosten in den ersten Jahren steuerlich wirksam machen. Wichtig ist dabei: Der IAB ist eine Steuerstundung, keine Steuerersparnis im engeren Sinne. Er verschiebt die Steuerlast in die Zukunft und schafft heute Liquidität – die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Investition selbst muss unabhängig davon gegeben sein.
„Der Investitionsabzugsbetrag verschiebt nicht das Risiko, sondern den Zeitpunkt der Steuerzahlung.“
Für wen sich der Investitionsabzugsbetrag besonders lohnt
Besonders attraktiv ist der IAB für Unternehmer und Selbstständige mit hoher Steuerlast, die ohnehin investieren möchten. In Verbindung mit Sachwertinvestments wie einem Photovoltaik-Direktinvestment lässt sich der Effekt gezielt nutzen: Die produzierende Anlage ist ein bewegliches Wirtschaftsgut, das die Voraussetzungen des § 7g EStG erfüllen kann.
Entscheidend bleibt, dass das Investment auf eine echte Gewinnerzielungsabsicht ausgerichtet ist – die steuerliche Wirkung ergänzt eine solide wirtschaftliche Struktur, ersetzt sie aber nicht.
Norbert Frank, Lukas Frank & Jonas Frank
Geschäftsführung aus 2 Generationen